Projekte und Aktivitäten der Wiener Interventionsstelle

Zu den Kerntätigkeiten der Wiener Interventionsstelle gehört, die Gewaltspirale bei Gewalt in Beziehungen zu durchbrechen, die Opfer zu unterstützen und zu stärken und ein gewaltfreies Verhalten beim Gefährder zu erzielen. Dies passiert auf mehreren Ebenen.

Opfer und Täter sind bei Gewaltdelikten in der Familie eng miteinander verbunden. Die Einflussmöglichkeiten des Gefährders auf die Opfer sind vielfältig. Viele Opfer sind finanziell vom Gefährder abhängig. Im Rahmen einer Trennung kommt es besonders häufig zu Morden, Mordversuchen und schweren Gewalttaten.

Die Angebotspalette der Interventionsstelle umfasst deshalb viele Tätigkeiten, die über ein reines Informations- und Beratungspaket hinausgehen. Die Opfer werden aktiv und - soweit es die Ressourcen erlauben - auf allen Ebenen in der Durchsetzung ihrer Rechte unterstützt.

Um eine nachhaltige Verbesserung des Hilfsangebotes gewährleisten zu können, ist eine regelmäßige Vernetzung und Kooperation mit anderen Institutionen (etwa aus dem Exekutiv-, Justiz-, Sozial- und Gesundheitsbereich) unumgänglich.

Fast jede 3. Frau wendet sich nach erlittener Gewalt an Einrichtungen des Gesundheitssystems. Es ist daher wichtig, dass Gesundheitsfachkräfte bei einem Verdacht auf Gewalt Unterstützung anbieten und eine Vernetzung zu Opferschutzeinrichtung sowie Sicherheitsbehörden einleiten können. Die WHO sieht den zentralen Auftrag des Gesundheitsbereichs

  • im Erkennen des Problems
  • dem Behandeln der betroffenen Patient*innen
  • der Dokumentierung
  • dem Weitervermitteln der Opfer an Hilfseinrichtungen und Sicherheitsbehörden.

Siehe dazu den Leitfaden "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen und häusliche Gewalt handelt", der Standards und Richtlinien der Qualitätssicherung und auch konkrete Handlungsanweisungen und Checklisten für die Praxis enthält. Dieser Leitfaden dient als Grundlage für die Schulungen, Beratungen und Implementierungsprojekte.

Darüber hinaus bedarf es auf gesellschaftlicher Ebene laufender Aktivitäten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit (Veranstaltungen, Vorträge etc.), um das Thema Gewalt in der Familie nachhaltig im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern.