Kampagnenstart: STEP UP!

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„Step Up!“ ist eine europaweite Kampagne zur Stärkung der Rechte von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern auf den Zugang zu Schutz und Unterstützung.

Die zweijährige Kampagne (2016 bis 2017) wird vom europäischen Netzwerk gegen Gewalt an Frauen und Kindern WAVE (Women Against Violence Europe) koordiniert.

Die Studie der Europäischen Grundrechtsagentur FRA (Fundamental Rights Agency) hat gezeigt, dass eine von drei Frauen in Europa physische oder sexuelle Gewalt erleben müssen. Obwohl in einigen europäischen Ländern in den letzten Jahrzehnten Fortschritte im Schutz von Frauen vor Gewalt gemacht wurden, sind noch immer mehr als 62 Millionen Frauen von Gewalt betroffen.

Um Betroffene bestmöglich zu schützen und zu unterstützen brauchen sie den Zugang zu spezialisierten Unterstützungseinrichtungen, wie Frauenhäuser. Einrichtungen für wohnungslose Menschen oder Mutter-Kind-Heime sind wichtig, können aber keinen ausreichenden Schutz bieten. Wenn Frauen und Kinder vor Gewalt flüchten müssen, brauchen sie mehr als ein Dach über den Kopf. Sie brauchen spezialisierte Hilfe und Unterstützung. Für ihr Recht auf den Zugang zu spezialisierten Frauenhilfseinrichtungen setzt sich die „Step Up!“-Kampagne ein.

Derzeit fehlen 47.000 Frauenhausplätze in Europa, in Österreich fehlen 80 Plätze.
In vielen Regionen Europas gibt es keine spezialisierten Frauenberatungsstellen.
Fraueneinrichtungen sind oft mit viel zu geringen Ressourcen ausgestattet. Die Bekanntmachung ihres Angebotes wird dadurch verunmöglicht.
Frauen, die keinen Zugang zu Fraueneinrichtungen haben, zeigen die Übergriffe oft nicht an.

„Step Up!“ ruft daher sowohl die politischen Entscheidungsträgerinnen und -träger auf EU-Ebene als auch auf nationaler und regionaler Ebene auf, den Schutz von Frauen und ihren Kindern vor Gewalt und ihren Zugang zu spezialisierten Unterstützungseinrichtungen auf ihre Agenda zu setzen.

Weitere Informationen:

- zum Kampagnenplan von „Step Up!“: Step Up!

- zu europaweiten Kampagne: WAVE Step Up!


Step Up! in Österreich

Kampagnenelemente in Österreich sind:

Kurzfilm-Wettbewerb: In mehreren europäischen Ländern werden Jugendliche dazu aufgerufen, Kurzfilme zum Thema Schutz von Frauen vor Gewalt einzureichen. Im Mittelpunkt der Kurzfilme sollte das Schaffen von Bewusstsein und das Ermutigen von Betroffenen, sich Hilfe zu suchen, stehen. Eine Jury wird die besten Kurzfilme prämieren. Mehr Infos zum Kurzfilm-Wettbewerb folgen in Kürze.

Umsetzung der Istanbul-Konvention: Zugang zu Opferschutzeinrichtungen sicherstellen: Österreich hat die Istanbul-Konvention ratifiziert, womit der Bund, die Länder und Gemeinden zu deren Umsetzung verpflichtet sind. Aktuell ist der uneingeschränkte Zugang von Betroffenen zu Opferschutzeinrichtungen wie ihn die Istanbul-Konvention fordert jedoch nicht sichergestellt:

Bundesländerübergreifende Aufnahme von Betroffenen in Frauenhäusern. Da die Finanzierung der Frauenhäuser in die Zuständigkeit der Länder fällt, ist das oft nicht möglich, obwohl es für den bestmöglichen Schutz der Betroffenen notwendig wäre.

Verpflichtende Schulungen / Sensibilisierung in Ausbildung: Eine wichtige Maßnahme der Istanbul-Konvention ist die umfassende Sensibilisierung von Berufsgruppen, die mit Betroffenen in Kontakt kommen. Gerade vor Gericht, im Gesundheitsbereich oder in der Schule ist ein Wissen über die Dynamiken, Hintergründe und Hilfsmöglichkeiten bei Gewalt grundlegend, um Betroffene bestmöglich vor weiterer Gewalt schützen zu können.

Asylwerberinnen und ihre Kinder: Alle Frauen, die von Gewalt betroffen sind, und ihre Kinder haben das Recht auf einen sicheren Platz in einem Frauenhaus. Aufgrund von strikten Förderrichtlinien seitens der Landesregierungen ist es jedoch derzeit nicht allen Frauenhäusern in Österreich gestattet, Asylwerberinnen aufzunehmen. Das verstößt gegen die Istanbulkonvention und muss aufgehoben werden.

Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen: Frauenhäuser bemühen sich nach Kräften, allen hilfesuchenden Frauen einen Platz anzubieten, aber oft hindern die baulichen Voraussetzungen und die knappen Finanzen eine Aufnahme von Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen. 

Finanzielle Absicherung von Frauenhäusern: Frauenhäuser sind wichtige Opferschutzeinrichtungen. Sie leisten seit mehreren Jahrzehnten einen wesentlichen Beitrag zur Gewaltprävention. Aber nicht alle Frauenhäuser werden von den jeweiligen Landesregierungen ausreichend finanziert. In Tirol wartet das Frauenhaus beispielsweise seit Jahren auf den versprochenen und dringend notwendigen Neubau. Bund, Länder und Gemeinden sind aufgefordert, die bestmögliche Absicherung der Frauenhäuser zu gewährleisten.


Unterstützen auch Sie die Kampagne „Step Up!“ und teilen unsere Postings!  #StepUpWAVE und das Video: Video Step Up!
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Die Presseaussendung des Vereins AÖF (Autonome Österreichische Frauenhäuser) zum Kampagnenstart von "Step Up!" können Sie hier nachlesen: Presseaussendung