Beispiele von strafbaren Gewalttaten nach dem Strafgesetzbuch (StGB)

In Österreich sind Gewalttaten strafbare Handlungen, die als so genannte Offizialdelikte vom Staat angeklagt und verfolgt werden. Das bedeutet, dass Gewalttaten keine "Privatsache" sind, auch nicht dann, wenn sie innerhalb der Familie und zu Hause verübt werden.In Fällen schwerer oder wiederholter Gewalt oder bei schwerer Bedrohung kann die Polizei den Gewalttäter sofort festnehmen.

Körperverletzung (§83 StGB)
Körperverletzungen sind z.B. Platzwunden, äußerlich sichtbare Prellungen, Nasenbeinbruch, Verlust oder Lockerung eines Zahnes, Blutergüsse, Prellungen innerer Organe, Hautabschürfungen, Schnitte, Verstauchungen, Verrenkungen etc. Sie sind mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr zu bestrafen.

Schwere Körperverletzung (§84 StGB)
Ist eine Körperverletzung, die mehr als 24 Tage Berufsunfähigkeit zur Folge hat, oder die "an sich schwer" (laut Strafgesetzbuch) ist, sie kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft werden. Hat eine Körperverletzung schwere Dauerfolgen, erhöht sich die Strafe auf maximal fünf Jahre.

Quälen oder Vernachlässigen unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen (§92 StGB)
Wer einem anderen, der seiner Fürsorge oder Obhut untersteht und unter 18 Jahren alt oder wehrlos ist, körperliche oder seelische Qualen zufügt, ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen. Bei Dauerfolgen erhöht sich die Strafe auf maximal fünf Jahre.

Freiheitsentziehung (§99 StGB)
Das Gefangenhalten einer Person oder die Entziehung der persönlichen Freiheit auf andere Weise ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen. Dazu gehört z.B. jemanden einsperren oder am Verlassen des Raumes, Autos etc. zu hindern. Bei besonderen Qualen erhöht sich die Strafe auf bis zu zehn Jahre.

Nötigung (§105 StGB)
Wer jemanden mit Gewalt oder durch eine gefährliche Drohung zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung zwingt, ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr zu bestrafen. Handelt es sich um schwere Nötigung, erhöht sich die Strafe auf maximal fünf Jahre.

Gefährliche Drohung (§107 StGB)
Wer eine Person gefährlich bedroht, um sie in Furcht und Unruhe zu vesetzen, ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr zu bestrafen. Die Drohung braucht nicht ausdrücklich mit Worten, sie kann auch durch Handlungen erfolgen (z.B. Schreckschüsse). Bei einer schweren gefährlichen Drohung erhöht sich die Strafe auf maximal drei Jahre.

Beharrliche Verfolgung (§107a StGB)

Wer eine Person beharrlich verfolgt (nachgehen, auflauern, ständig anrufen, sms oder E-Mail schicken, etc.), ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr zu bestrafen

Original Gesetzestext

Fortgesetze Gewaltausübung (§107b StGB)

Wer gegen eine andere Person eine längere Zeit hindurch fortgesetzt Gewalt
ausübt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen. Wenn die Gewalt gegen unmündige oder wehrlose Personen verübt wird und in anderen schweren Fällen beträgt die Freiheitsstrafe sechs Monate bis fünf Jahre; bei schweren Dauerfolgen ein bis zehn Jahre.

Original Gesetzestext

Vergewaltigung (§201 StGB)
Wer eine Frau mit schwerer Gewalt oder durch eine Drohung zum Beischlaf oder einer gleichzusetzenden Handlung (Oral-, Analverkehr) zwingt, ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren zu bestrafen. Als schwere Gewalt gilt auch Betäubung.